MSV Eintracht Halberstadt e.V.
Fußball, Wandern, Laufgruppe, Gymnastik, Aerobic

Wandern - Berichte




Berichte von Wanderfahrten u.a.


35. Alpenfahrt 2019: Wandern im Paznaun


Die Sektion Wandern der BSG Lokomotive Halberstadt führte als Vorläufer der heutigen Abteilung Wandern des MSV Eintracht Halberstadt bereits zwei Jahre nach ihrer Gründung ab 1983 organisierte Auslandsfahrten durch. Ging es anfangs immer in die Tschechoslowakei, so stand 1991 die erste Alpenfahrt auf dem Programm. Im Jahr 2019 führte die nun schon 35. Alpenfahrt nach Ischgl im tiroler Paznaun. Der 1 377 Meter hoch gelegene bekannte Wintersportort zieht immer mehr Sommerurlauber an. So auch 50 Wanderfreunde des MSV Eintracht Halberstadt auf ihrer diesjährigen Alpenfahrt.

Über ihre Erlebnisse berichtet Irmhild Leutritz:

„Morgens um 6 Uhr startete der Sonderbus der Firma Müller aus Harsleben für Werner Tours mit Fahrer Falko vom Bahnhof Halberstadt, um an der Zuckerfabrik, in Langenstein und an zwei Stellen in Blankenburg noch Wanderfreunde einzuladen. Dann ging die Fahrt in den Süden nach Ischgl im Tiroler Paznauntal, wo wir gegen 19 Uhr eintrafen und in zwei Hotels untergebracht wurden. Im „Victoria“ fanden einige Wanderfreunde ihre Unterkunft, die anderen mussten mit ihren Koffern einige Höhenmeter bis zum „Waldschlössl“ überwinden und hatten dort ihre Bleibe. Nach einem späten Abendmenü fanden alle in ihren Zimmern zur Ruhe.

In fünf Gruppen machten wir uns in die schöne Gegend auf bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 °C. Durch die Silvretta-Card konnten wir alle Seilbahnen und den öffentlichen Nahverkehr kostenfrei nutzen. Einige nahmen die Fimba-Bahn und überwanden mit ihr 890 Höhenmeter und wanderten teilweise auch zurück von der Mittelstation über einen romantischen Weg ins Tal, in dem zwei Hängebrücken den Fluss in der Schlucht überquerten. Eine Gruppe folgte dem Fluss Trisanna stromaufwärts im Tal bis zum Ortsteil Mathon, um dann der Hitze wegen den Linienbus nach Galtür und zur Birkhahnbahn zu nehmen. Dort lifteten sie auf und verbrachten die Mittagspause der Bahn mit einem kleinen Spaziergang in der Höhe an einem Schneefeld vorbei mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Gipfel und in die Täler. Der Rückweg wurde mit Bahn und Bus gemacht. Im schönen Freibad konnte man sich dann erfrischen.

Am nächsten Tag sollte es hoch hinauf und wieder herunter bis nach Samnaun in der Schweiz gehen mit fünf (!) verschiedenen Seilbahnen. Der Ausblick in die wechselvolle Bergwelt war fantastisch! In Samnaun ging jeder seiner Neigung nach, meist war ein kulinarischer Genuss dabei. Es gab auch einen reizvollen Wiesenweg mit den schönsten Blumen und durch Wald zur Seilbahnstation. Auf der Fahrt zurück kamen wir in ein Gewitter mit Hagel und Regenschauern, sahen die Blitze und hörten den Widerhall des Donners und mussten manchen Stillstand der Gondel aushalten. Die nächste Bahn wartete die Sturmböen ab und es sammelten sich viele frierende Menschen in der Halle, denn die Temperatur war fast 20 °C gefallen. Aber endlich kamen wir wieder in den Hotels an, zwar nass und abgekühlt, aber froh, nach diesem Abenteuer das warme Wasser und trockene Kleidung zu genießen.

Am 2. Juli brachte unser Bus uns zur Bielerhöhe, die 2032 m hoch gelegen ist. Rundgänge um den Silvretta-Stausee waren geplant, konnten aber wegen einer Baustelle nur zur Hälfte ausgeführt werden. Wir erfreuten uns am Wasserfall, dem Blick auf und über den See und machten bei Bänken eine längere Pause. Manche gingen noch weiter zur Wiesbadener Hütte. Es gab auch ein paar kleine Regenschauer, im Selbstbedienungsrestaurant „Silvrettasee“ konnte man sich aufwärmen und etwas genießen, bis die Sonne wieder schien. Etwas oberhalb steht eine Kapelle, die erbaut wurde, um an die Opfer des Baues der Staumauer zu erinnern, die es zwischen 1939 und 1945 gab. Auch ein Gedenkstein für im Einsatz verunglückte Bergretter steht dort. Der Busfahrer brachte uns dann über 30 Kehren ins andere Tal hinunter und die Heimfahrt führte durch viele Tunnel. Am Abend konnten wir in der Kirche ein schönes Chorkonzert erleben.

Der Mittwoch begann sonnig, aber bis Mittag zog es sich zu und Gewitter und Regen machten den Wanderern zu schaffen. Einige haben den Regen im Alpineum in Galtür abgewartet und dort viele Informationen über das Leben im Tal früher und heute sowie über das Lawinenunglück im Jahr 1999 bekommen. Ein Wildgehege wurde besucht und nach dem Gewitter konnten die Kilometer bis Ischgl unter die Füße genommen werden.

Am Donnerstag brachte uns unser Bus zur Zeinisjoch-Haltestelle. Dort wurde am kleinen See ein Foto mit allen Teilnehmern gemacht und dann gingen die Gruppen getrennte Wege, zum Beispiel zum Wiegensee über die Verbella-Alp oder rund um den Kopssee, an dessen Uferhängen die Lupinen herrlich blühten. Die Staumauer war ungewöhnlich mit doppelten Bögen und in der Mitte sehr dick gemauert. Auch hier war der Weiterweg wegen eines Felsabsturzes gesperrt, so gingen wir zurück, kehrten in der Gaststätte ein und konnten auf der Terrasse den Blick genießen. Wir begannen den Rundweg von der anderen Seite bis zur Baustelle und hatten so noch mal einen anderen Blick über das Wasser zu den Bergen. Mit dem Linienbus fuhren wir zurück und konnten am Abend ein Platzkonzert von der Blaskapelle aus St. Anton erleben. Eine Gruppe war von Patenen aus mit der Tafamuntbahn aufgeliftet und über den Wormser Höhenweg zum Kopssee gewandert.

Am sechsten Wandertag wurden zwei Wandergruppen nach Kappl zur Bergbahn gefahren. Mit der Dias-Bahn ging es nach oben und dann an einem Almmuseum mit Exponaten über das mühsame, entbehrungsreiche Leben früher vorbei steil nach oben und anschließend einen Fahrweg entlang bis zum Almstübl in der neuen Dias-Alp, wo wir uns an Speis und Trank laben und den herrlichen Ausblick genießen konnten. Nach der Abfahrt mit der Bergbahn wurden wir von unserem Bus nach Ischgl zurück gefahren. Unterwegs stiegen noch einige von der anderen Gruppe zu, die nicht den ganzen Weg zurück laufen wollten, denn es ging stetig bergan. Wie schon an anderen Abenden fanden sich einige zu einem Spiel zusammen.

Am letzten Wandertag wurden drei Gruppen nach Galtür gefahren und machten auf unterschiedlichen Wegen eine Wanderung zu verschiedenen Almen, so kehrten einige in der Scheibenalm ein und liefen bis Galtür oder sogar Ischgl zurück. Eine andere Gruppe machte die Tour durch den romantischen Weg mit den Hängebrücken. Um 17 Uhr kamen die Bewohner des Hotels „Victoria“ den steilen Weg zum „Waldschlössl“ herauf, um gemeinsam die Wanderleiter zu ehren und ihnen zu danken. Es fing wieder an zu regnen. Anschließend wurden dann die Koffer gepackt und das letzte Abendmenü genossen.

Am Abreisetag fuhr der Bus um acht Uhr los und um 21 Uhr konnten die letzten Wanderfreunde mit ihrem Gepäck den Heimweg zu Fuß oder mit dem Taxi oder dem eigenem Auto antreten.
Ein erlebnisreicher Urlaub liegt hinter uns und wir sind den Organisatoren sehr dankbar.“

Teilnehmer der Alpenfahrt am Zeinisjochsee (Foto v. 5.07.2019 v. U. Reinschke) und AK des Ortes Ischgl (Montage V. Warnecke)
 


Kulturfahrt 2019: „Grenzenlos“ – ein Teil deutscher Geschichte


Am Abend des 9. November 1989 verlas das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer live übertragenen Pressekonferenz die Nachricht über eine neue Reiseregelung der DDR-Regierung. Seine Worte veranlassten bereits am selben Abend tausende Berliner, zu den Grenzübergangsstellen zu ziehen und deren Öffnung zu erreichen – der „Mauerfall“ war eingeleitet. Das ist fast 30 Jahre her! Anlässlich des Jubiläums griff die Abteilung Wandern des MSV Eintracht Halberstadt dieses Thema für ihre diesjährige Kulturfahrt am 6. Juni 2019 auf. Dazu folgt hier der Bericht von Irmhild Leutritz:

„Am 6. Juni 2019 startete der Sonderbus vom Harzexpress Ditfurt um 8:30 Uhr vom Bus-Bahnhof Halberstadt und nahm an der Huystraße noch weitere Wanderfreunde an Bord. Die Fahrt ging mit 40 Teilnehmern nach Helmstedt zum Grenzmuseum. Dort wurden wir von zwei Gästeführerinnen durch die Ausstellung geführt und bekamen interessante Details vermittelt über die Entstehung der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten und den Kontrollwahn in der DDR. Dann brachte uns der Bus zu dem noch erhaltenen Stück der Grenzbefestigung in Hötensleben, wo man sehen konnte, dass der „Antifaschistische Schutzwall“ nur dazu diente, die eigene Bevölkerung am Verlassen des Landes zu hindern. Das viele Geld, das in diese Grenzbefestigungen gesteckt wurde, hätte besser zur Erhaltung der Betriebe und zum Aufbau genutzt werden können. Aber das ist zum Glück Geschichte, wenn auch eine unrühmliche. Nach kurzer Fahrt langten wir in Marienborn an, wo wir über die totale Überwachung und die willkürliche Behandlung von Durchreisenden erschreckende Fakten hören konnten; vieles haben wir nicht gewusst. Nach diesen Eindrücken brachte der Bus die beiden Gästeführerinnen wieder nach Helmstedt zurück.
Anschließend wurden wir durch die schöne grüne Landschaft nach Schöppenstedt in den Ortsteil Eitzum gefahren. Dort waren wir im Kaffeekannen-Museum zu Kaffee und Kuchen angemeldet und erstaunt über die Menge und Vielfalt der Kannen sowie die schöne Ausstattung des Areals. Der Kuchen mundete vortrefflich und der Chef des Hauses informierte über die Entstehung der Einrichtung. Wir konnten im Garten noch seltene Bäume sehen: Tulpenbäume und einen Gottesbaum.
Obwohl die Sonne sich hinter den Wolken verbarg, war es ein sehr interessanter Tag. Herzlichen Dank der Organisatorin Ursula Reinschke und der Harzsparkasse für die finanzielle Unterstützung bei den Fahrkosten!“


Teilnehmer der Kulturfahrt in Marienborn, Gedenkstätte Deutsche Teilung. Foto: Privat

 


Jahreshaupt-Versammlung Abt. Wandern des MSV Eintracht HBS:
 
Rückblick auf ein erfolgreiches Wanderjahr 2018
 
Am 4. Februar 2019 fand erstmals im Restaurant „Lindenhof“ die Jahreshaupt-Versammlung der Abteilung Wandern statt. Zur Eröffnung konnte die am 12. Februar 2018 gewählte neue Abteilungsleiterin Christel Sabath 57 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.
 
Nach einer Gedenkminute für das ehemalige Mitglied Birgitta Springborn ging sie zur Tagesordnung über und wertete das Wanderjahr 2018 mit vielen tollen Erlebnissen und Veranstaltungen aus. Dabei hob sie besonders hervor, dass die Erfolge nur durch das Engagement der Mitglieder der Leitung und der erweiterten Leitung sowie der Wanderleiter möglich waren. Einzelheiten können im „Halberstädter Wanderfreund“, einer durch Volker Warnecke mit sehr viel Mühe erarbeiteten Chronik des Jahres 2018, nachgelesen werden. Auch die Berichte über die Finanzen im Allgemeinen durch die Kassiererin Ingrid Schlehuber und über die separat geführte Buskasse von Kathrin Dalljo wiesen positive Bilanzen aus. In diesem Zusammenhang wurde auch den zahlreichen Sponsoren gedankt, die zur finanziellen Absicherung beigetragen haben.
 
Daraus resultierte im Anschluss eine Vielzahl von Auszeichnungen und Ehrungen, die die Abteilungsleiterin vornehmen konnte. So wurden die Mitglieder André Kühne und Otto Sackmann als aktivste Wanderleiter sowie Volker Warnecke für seine engagierte Tätigkeit als Pressewart und Chronist mit je einem Präsent bedacht. Als aktivste Mitglieder mit den meisten Kilometern bei organisierten Sport- und Senioren-Wanderungen im Inland taten sich Ursula Reinschke (371 km), Christel Sabath (319 km) und Ingrid Schlehuber (318 km) hervor; sie erhielten Urkunden und Gutscheine. Erstaunlich ist, dass 2018 erstmals seit dem Beginn dieser Wertung im Jahre 1983 die aktivsten Wanderer alle Mitglieder der Abteilungsleitung bzw. erweiterten Leitung sind! Weiterhin erhielten Marlies Tempel und Stefan Preuß aufnähbare Abzeichen für im Verein absolvierte 5000 Kilometer sowie sieben weitere Mitglieder diese für 2000 und 1000 Kilometer. Für ihre 15-jährige Mitgliedschaft wurde Dorothea Kühn mit Urkunde und Gutschein geehrt.
 
 

Am 4.02.2019 wurden Christel Sabath (319 km), 
Ursula Reinschke (371 km) und Ingrid Schlehuber (318 km) als aktivste Wanderfreundinnen der Abteilung im Jahr 2018 ausgezeichnet. Foto: V. Warnecke 

Danach wurden die Veranstaltungen des nächsten Vierteljahres sowie einige neue Regelungen bekannt gegeben. Zum Abschluss wünschte Wanderfreundin Sabath allen Mitgliedern eine schöne Zeit bei bester Gesundheit mit vielen interessanten und unfallfreien Wanderungen.
Volker Warnecke, Pressewart
 

              
                 

Copyright © 2019 - Eintracht Halberstadt         Gästebuch  I  Impressum  I  Datenschutz  I  Wetter